Wie unterstützt ISO/IEC 27005 die Konformität mit ISO/IEC 27001?

ISO/IEC 27005 liefert detaillierte Anleitung zur Durchführung der von ISO/IEC 27001 geforderten Bewertungen und Behandlungen von Informationssicherheitsrisiken. Der Standard erklärt, wie Abschnitt 6.1.2 erfüllt wird, indem der Kontext definiert, Risiken bewertet und Massnahmen strukturiert und nachprüfbar ausgewählt werden.

ISO/IEC 27005 unterstützt ISO/IEC 27001, indem der Standard erläutert, wie Organisationen die für die Zertifizierung erforderlichen Aktivitäten des Informationssicherheits-Risikomanagements durchführen sollten. Während ISO/IEC 27001 festlegt, was zu tun ist, beschreibt ISO/IEC 27005, wie dies konsistent und belastbar geschieht.

Auditierende prüfen zunehmend die Qualität der Risikobewertung, nicht nur deren Vorhandensein. Zwischen 2024 und 2025 betreffen viele Abweichungen bei ISO/IEC 27001 eine schwache Bewertungslogik, unklare Akzeptanzkriterien oder eine mangelhafte Verknüpfung zwischen Risiken und Massnahmen. ISO/IEC 27005 adressiert diese Lücken direkt.

ISO/IEC 27001 Abschnitt 6.1.2 verlangt von Organisationen, Risiken zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten sowie Behandlungsoptionen zu definieren. ISO/IEC 27005 vertieft jeden dieser Schritte, darunter:

  • Kontextfestlegung und Definition des Anwendungsbereichs
  • Risikoidentifikation auf Basis von Werten, Bedrohungen und Schwachstellen
  • Risikoanalyse mit qualitativen oder quantitativen Techniken
  • Risikobewertung anhand definierter Akzeptanzkriterien
  • Risikobehandlung und Akzeptanz des Restrisikos


Organisationen, die ISO/IEC 27005 einsetzen, erstellen in der Regel klarere Risikoregister, besser begründete Erklärungen zur Anwendbarkeit und konsistentere Auditnachweise. Risikoentscheidungen sind nachvollziehbar, wiederholbar und an den Geschäftszielen ausgerichtet statt allein an Massnahmen-Checklisten.


Fachleute, die für die Aufrechterhaltung von ISO/IEC 27001 verantwortlich sind, nutzen ISO/IEC 27005 häufig als internen Referenzrahmen für die Risikomethodik.

Related Information

  • ISO/IEC 27005 ist ein Leitfaden-Standard, kein zertifizierbarer Standard.
  • Eine ISO/IEC 27001 Zertifizierung verlangt keine formale Übernahme von ISO/IEC 27005, doch Auditierende erwarten oft eine Ausrichtung daran.
  • Kriterien zur Risikoakzeptanz sollten vom Management genehmigt werden.
  • Risikobehandlungspläne müssen auf umgesetzte oder geplante Massnahmen verweisen.
  • ISO/IEC 27005 ist an den Risikoprinzipien von ISO 31000 ausgerichtet.

Expert Insight

Wir sehen regelmässig, dass Organisationen ISO/IEC 27001 zunächst bestehen und dann bei Überwachungsaudits Schwierigkeiten bekommen, weil das Risikomanagement überhastet war. ISO/IEC 27005 hilft, dies zu vermeiden, indem es früh Klarheit erzwingt: Was liegt im Anwendungsbereich, wie wird Risiko gemessen und wer akzeptiert es. Reife Organisationen überprüfen diese Elemente jährlich, nicht nur vor Audits. Der eigentliche Nutzen ist Stabilität. Sobald die Risikologik definiert ist, werden Aktualisierungen inkrementell statt disruptiv.

«Wenn Auditierende fragen, warum Sie diese Massnahme gewählt haben, liefert ISO 27005 eine dokumentierte Antwort statt einer Vermutung.»

Henri HAENNI
Henri HAENNI

ISO 22301 Lead Implementer • ISO 22301 Lead Auditor

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